"Wie lernt das Gehirn und was heißt das für die Schule?" (Quelle: OVB Rosenheim, 27.10.2010)
Mit diesem Thema beschäftigte sich Katarina Groth in ihrem Vortrag an der Leo-von-Welden-Schule in Bad Feilnbach. Organisiert und eingeladen hatte die Schulleitung unter Gerhard Walch in Zusammenarbeit mit Birgit Splett, Rektorin der Grundschule Schönau.
Was im Gehirn als perfektes Datenverarbeitungs- und Steuerzentrum abläuft, das
vermittelte die Mitarbeiterin im "Transferzentrum für Neurowissenschaften und
Lernen" (Ulm) den Zuhörern. "Lernen ist das Schaffen von Spuren durch
elektrische Impulse in den Synapsen oder Dornenfortsätzen, die bei Förderung
durch Erziehung und Umwelt stetig wachsen", erklärte sie.
Die neuronale Entwicklung beginne in der Kindheit durch visuelle Anreize und
wecke Bedürfnisse aus dem Sehen und Hören. Das Gehirn reagiere auf das, worauf
es geschult werde. Wichtige Dinge zur Bewältigung der Aufgaben fördern und
weniger Bedeutsames auch in die Vergessenheit zu steuern, gehöre zum
individuellen Lernprozess.
"Was beeinflusst das Lernen im Gehirn?" Anhand einiger Beispiele, zu denen die
Zuhörer eingebunden wurden, versuchte Groth diese Frage zu lösen. Wichtige
Rollen für das "Lernen als aktiver Prozess" spielen ihr zufolge dabei eine
Rolle, zum Beispiel die Regelhaftigkeit, die Verarbeitungstiefe sowie emotionale
Beteiligung. Um das Gelernte zu verfestigen und in den Nervenzellen zu
vernetzen, benötige das Gehirn Entspannungs-, Ruhe- und Bewegungspausen. Die
Konsolidierung des Speicherinhalts profitiere vom Schlaf oder auch einem
Nickerchen. Neugierde und Motivation wecken sowie der Lustlosigkeit vorbeugen
seien Faktoren, mit denen sich das Gehirn ein Belohnungssystem aufbaue.
Trotz dreistündiger Dauer - mit Entspannungspause - ließ die Aufmerksamkeit der
Anwesenden nicht nach. Verdient war der lange Applaus für die Rednerin. pes