Unser zweiter Schultag! Der Ernst des Lebens beginnt:

   

Lang herbeigesehnt und dann doch wie im Flug vergangen – so empfanden die Erstklassler der Grundschule Schönau ihren ersten Schultag.

Nachdem an diesem ersten, besonderen Tag das gegenseitige Kennenlernen und das Lied „Hurra, ich bin ein Schulkind“ auf dem Stundenplan standen, wurde es heute am zweiten Schultag dann schon richtig „ernst“.

Doch trotz aller „Ernsthaftigkeit“ war doch die Vorfreude auf die Schule auch heute am zweiten Schultag noch deutlich zu spüren. Viele der ABC-Schützen betraten schon “wie die Großen“ alleine das Schulhaus und marschierten zielsicher in ihr Klassenzimmer, wo sie von der Klassenlehrerin in Empfang genommen wurden. Nachdem Anorak und Schuhe ihren Platz an der Garderobe gefunden hatten und die kleinen Füßchen in den Hausschuhen steckten, wurde erst einmal die Schulbank  „hergerichtet“: Federmäppchen auf den Tisch, Blöcke, Hefte und Bücher in die Ablage unter den Tisch und den Schulranzen seitlich an den Haken. Nun konnte es losgehen: im Chor wurde die Klassenlehrerin und die Mimi-Puppe begrüßt, die zusammen mit den Kindern das Lesen und Schreiben lernen wird. Überhaupt kein Problem stellte das Wiederfinden des eigenen Namensschildchen dar, denn den eigenen Namen kann schon jeder lesen und schreiben.

„Maxi, diese freche Maus, schaut aus ihrem Loch heraus“ – mit diesem Vers wird sich der allererste Buchstabe, das „M“, spielerisch leicht im Gedächtnis der Kinder einprägen und mit den vielen Bildern in der Fibel können schon erste Wörter und Sätze „gelesen“ werden. Das Malen der eigenen, im Kindergarten oder von den Eltern so liebevoll gestalteten Schultüte macht Spaß, auch wenn es nicht so leicht ist, die Schultüten-Form richtig auf dem Zeichenblatt zu platzieren.

Was in der ersten Schulwoche auf keinen Fall fehlen darf, ist das Kennenlernen des Schulhauses mit seinen Räumen und Personen. So hallten heute immer wieder fröhliche, im Chor angestimmte „Guten Morgen“- Grüße  durch die Schule, als die ersten Klassen auf ihrem Rundgang den Hausmeister, die Sekretärin und Schulleiterin begrüßten.

Zurück im Klassenzimmer wird dann im Sitzkreis vom ersten Schultag erzählt, an dem den Erstklasslern u.a. der Schönauer Wunsch-Käfer im Kreise ihrer Familien feierlich überreicht wurde. Denn die Wünsche, die an diesem ersten Schultag für eine glückliche Grundschulzeit ausgesprochen wurden, waren derer viele. Sie reichten von  „wenig Hausaufgaben“ über „einen unfallfreier Schulweg“ bis zu „geduldigen Eltern“.  „Mein Wunsch-Käfer hat gut geschmeckt und ich habe mir ganz fest gewünscht, dass ich viele Freunde finde und die Lehrerin immer so lieb ist wie am ersten Schultag!“ erzählte Marinus K. aus der 1b.

Mit dem vom ersten Schultag bekannten Liedchen „Hurra, ich bin ein Schulkind“  verabschiedeten sich die Erstklassler nach 4 abwechslungsreichen, bewegten und bewegenden Schulstunden voneinander. Wer nicht vom Hausmeister oder seiner Klassenlehrerin fürsorglich in den richtigen Schulbus gesetzt wurde oder schon allein nach Hause gehen durfte, der wurde vor der Schultür von seinen Eltern mit der Frage „Na, wie war´s?“ erwartet.  Denn für manche Eltern der gestern eingeschulten Erstklassler ist der zweite Schultag ihres Kindes fast genauso aufregend wie für das Schulkind selbst. 

Ob allerdings das Mitteilungsbedürfnis der ABC-Schützen nach einem so erlebnisreichen Vormittag gleich so groß ist, dass die verständliche Neugier der Eltern auch wirklich befriedigt wird, das wird die Zukunft zeigen.

 

Text: Birgit Splett, Schulleiterin

Foto: Elisabeth Bartl